Angeklickt: Das Windows Defender Security Center

Das Creators Update hebt Windows 10 auf die Version 1703 und mit ihm kommen eine ganze Menge interessanter Neuerungen und Verbesserungen. Manche Dinge sind recht unscheinbar und fallen erst beim zweiten Hinsehen auf, andere wiederum stechen sofort ins Auge, wie z.B. das neue Windows Defender Security Center. Der Windows Defender präsentiert sich in einem neuen Gewand und um ihn herum wurde ein Security Center geschaffen. Was liegt also näher, als dem neuen Sicherheitscenter den Namen Windows Defender Security Center zu geben.

Dieses neue Sicherheitscenter gefällt mir ausgesprochen gut, da es endlich alle sicherheitsrelevanten Einstellungen an einem zentralen Ort vereint und somit dem Anwender den Überblick erleichtert und ihm sogleich ein rasches und zielgerichtetes Handeln im Fehlerfall ermöglicht.
 

 
In der Auflistung aller Apps ist das Windows Defender Security Center über das Startmenü zu erreichen. Kleiner Tipp: Heftet die App an Euer Startmenü an, oder legt sie in der Taskleiste ab, um künftig bequemer darauf zugreifen zu können. Das Windows Defender Security Center löst das in die Jahre gekommene Center für Sicherheit und Wartung ab, welches bisher über die klassische Systemsteuerung zu erreichen war. Die neue UWP-App (Universal Windows Platform) überwacht das System und informiert, aufgeteilt in fünf Bereiche, über den aktuellen Sicherheitsstaus. Wurden Probleme erkannt, werden diese umgehend über das Info-Center und innerhalb der App, an den Anwender gemeldet. Dabei hebt das Windows Defender Security Center aber nicht nur mahnend den Finger, sondern gibt gleichzeitig Tipps zur Problemlösung.

Über das Hamburger-Menü links oben kann die Menüleiste erweitert werden, sodass zu den einzelnen Symbolen die Bezeichnungen eingeblendet werden. Dies erleichtert zu Anfang ein wenig die Navigation, wenngleich die einzelnen Kategorien auch direkt in der rechten Fensterhälfte angeklickt werden können.

Viren- & Bedrohungsschutz

In der Kategorie „Viren- & Bedrohungsschutz“ sind alle Optionen zum Windows Defender untergebracht. Ganz unten auf der Seite sieht man, ob die Virendefinitionen auf dem neusten Stand sind. Sollte das nicht der Fall sein, kann man mit einem Klick auf den Link „Schutzupdates“ nach neuen Updates suchen und diese sogleich installieren lassen. Klar, nur wenn die Schutzdefinitionen stets auf dem neusten Stand sind, hat der Windows Defender eine Chance Schadsoftware zu erkennen und abzuwehren.

Über den Menüpunkt „Einstellungen für Viren- & Bedrohungsschutz“ kann man bei Bedarf den Echtzeitschutz des Windows Defenders für einen Moment deaktivieren. Um die Sicherheit des Systems nicht zu gefährden, wird der Schutz nach kurzer Zeit aber wieder automatisch aktiviert. Überdies kann man hier die Optionen „Cloudbasierten Schutz“, sowie „Automatische Übermittlung von Beispielen“ deaktivieren und natürlich wieder aktivieren, sowie bestimmte Elemente (Dateien, Ordner, Dateitypen oder einzelne Prozesse) aus der Überwachung herausnehmen.  Ob man über die letzten Überprüfungsergebnisse des Defenders informiert werden möchte, kann man schließlich über den Menüpunkt „Benachrichtigungen“ festlegen.
 
Ja und natürlich kann man selbst eine „Schnellprüfung“ und über den Menüpunkt „Erweiterte Prüfung“, vollständige, benutzerdefinierte und Offline-Prüfungen durchführen lassen, falls der Verdacht einer Infektion besteht. Wurde Bedrohungen gefunden, werden die Funde im „Überprüfungsverlauf“ dokumentiert.

Geräteleistung & -integrität

Ist Windows auf dem neusten Stand oder liegen Probleme mit Treibern oder Hardwarekomponenten vor, werden diese in der Kategorie „Geräteleistung & -integrität“, inklusive Lösungsvorschläge, aufgelistet.  Wenn es mal klemmt, nicht verzagen, es gibt neben den Microsoft Answer Foren viele nützliche Windows-Foren, in denen man zu fast jedem Problem rasch eine Lösung finden kann.

Sollte alle Stricke reißen und sich ein schwerwiegendes Problem widererwarten nicht lösen lassen, hat man hier schließlich noch die Möglichkeit Windows aufzufrischen. Persönliche Dateien und die meisten Windows-Einstellungen bleiben hierbei erhalten, die meisten Apps werden allerdings entfernt und müssen bei Bedarf nachinstalliert werden. Benannt wurde diese Option schlicht als „Neustart“.

Firewall- & Netzwerkschutz

Alle Firewall-Einstellungen für das private sowie für das öffentliche Netzwerk sind in diese Kategorie zusammengefasst.  Einige Einstellungen führen hier noch zurück zur alten Systemsteuerung, der  Anfang aber ist gemacht und die wichtigsten Einstellungen für den Privatanwender sind bereits migriert. Die neue Struktur ist bereits zu erkennen und so nach und nach werden alle Funktionen in diesem neuen Bereich übernommen.

App- & Browsersteuerung

Hier geht es um den „Windows Defender SmartScreen-Filter“. Dieser überwacht und prüft unbekannte Dateien und Anwendungen, Windows Store-Apps und im Browser Edge auch potentiell schädliche Webseiten. Wie sich diese Schutzkomponente verhalten soll, kann vom Anwender festgelegt werden.

Familienoptionen

Diese Kategorie trägt die passende Überschrift: „Alles was Sie brauchen, um das digitale Leben Ihrer Familie zu vereinfachen“. Die Kinder- und Jugendschutzeinstellungen sind sehr umfangreich. So kann man z.B. festlegen welche Webseiten die Kinder besuchen dürfen, wann und wie lange sie am Tag den Computer nutzen dürfen und welche altersgerechten Anwendungen und Spiele sie starten dürfen. Ein ausführlicher Aktivitätsbericht gibt schließlich Auskunft zu den Onlineaktivitäten der Kinder.
 
Das Zahnrad-Symbol links unten in der App führt übrigens zu den Einstellungen für die Benachrichtigungen zum Windows Defender und zur Firewall, die jeweils auch in den entsprechenden Kategorien erreicht werden können.